Hab da mal wieder was gelesen:
Jesus liebt mich – David Safier
Das mit dem „sich in die falschen Männer verlieben“ ist eine Sache, von der viele Frauen ein Lied singen können. Fast unübertroffen in dieser Disziplin ist jedoch Marie: Der Eine betrügt sie. Beim Anderen bemerkt sie erst in letzter Minute vor dem Altar, dass es zwischen ihnen doch nicht so passt wie sie es sich wünscht. Nun hofft sie, in dem hübschen Zimmermann Joshua ihren Traumprinzen gefunden zu haben. Dieser scheint auch all ihre Erwartungen zu erfüllen, bis er ihr erzählt, er sei Jesus und nur auf die Erde gekommen, um die Menschen auf das Jüngste Gericht vorzubereiten. Es fällt Marie schwer ihren Ohren zu trauen, doch nach und nach, muss sie einsehen, dass Joshua alias Jesus gar nicht so verrückt und das Ende der Welt doch nicht so weit ist, wie ursprünglich angenommen. Marie, eine durchschnittliche, pummelige Mittdreißigerin, ist von dem Gedanken des Weltuntergangs fast so wenig begeistert wie von der Tatsache in den Sohn Gottes verliebt zu sein. Im Alleingang versucht sie nun, die Welt zu retten, Jesus näher zu kommen und Gott davon zu überzeugen, dass ihre Gefühle für Jesus echt sind. Ein wenig problematisch gestalten sich da die Tatsachen, dass ihr bester Freund ihr plötzlich ihre Liebe gesteht, ihre Schwester vom Satan rekrutiert wird und ihr Vater eine Osteuropäerin heiraten will, welche locker Maries kleine Schwester sein könnte.
Nachdem sein Debütroman „Mieses Karma“ eingeschlagen ist wie eine Bombe und auf Bestsellerlisten heiß geahndet wurde, hat David Safier mit „Jesus liebt mich“ Ende 2009 nun seinen zweiten Roman herausgebracht. Die Erwartungen waren hoch, doch „Jesus liebt mich“ überzeugt, genau wie „Mieses Karma“ durch einen witzigen, satirischen Schreibstiel, welcher durch kleine Comicstrips, innere Monologe sowie erklärende Zwischenblenden verfeinert ist. Ein durchaus lesenswerter Roman, welcher die Lachmuskeln teilweise stark in Anspruch nimmt.
Für 8,95€ im rororo Taschenbuchverlag erhältlich.
